Chancen erkennen und rasch umsetzen

Unternehmerin Beatrice Hubner im Gespräch mit Fokus über ihren Tätigkeitsbereich, die Ausrichtung ihres neuen Immobilienbüros und wie sie den Wiener Markt sieht.

Fokus: Wie sehen Sie die Entwicklung am Wiener Immobilienmarkt?

Hubner: Positiv! Ich bin überzeugt, dass Wien ein sicherer „Hafen“ ist, um zu investieren. Wie man auch auf Grund der umbrüchigen Wirtschaftssituation in den Jahren 2008 bis 2010 sehen konnte, hat sich in Wien im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten keine Immobilienblase entwickelt.

Fokus: Sie sprechen von Wien als sicheren „Investitionshafen“. Schließt das Wort „sicher“ nicht auch oft Spekulationsgewinne und hohe Renditen aus?

Hubner: Für beide Zielgruppen - sprich für den Investor, der gerne "sicher" investiert, wie auch für den Spekulanten - kommen unterschiedliche Immobilien in Frage. Es liegt ganz klar am Berater, die passende Immobilie dem richtigen Klienten anzubieten. Freilich sind hohe Spekulationsgewinne meist auch mit höheren Risiken verbunden, aber das ist nicht nur zwingend in der Immobilienbranche so der Fall.

Fokus: Haben Sie sich mit Ihrem Immobilienbüro auf gewisse Immobilien spezialisiert?

Hubner: Grundsätzlich verfügen wir über ein breitgefächertes Know-how, das viele Gebiete umfasst. Das erlaubt es uns, alle Vermittlungsbereiche zu bedienen. Unser Kerngebiet liegt aber in der Beratung und der Vermittlung von Zinshäusern und Wohnimmobilien.

Fokus: Welche Art von Zinshäusern haben Sie im Moment im Programm?

Hubner: Vorwiegend Zinshäuser mit Renditen zwischen 2,5 und 5 Prozent, je nach Lage oder Objektart auch etwas mehr. Bei fast all diesen Liegenschaften gibt es noch ein Steigerungspotential entweder in Form eines möglichen Dachgeschoßausbaus oder in Form von sehr günstig vermieteten Wohnungen und Leerflächen.

Fokus: Was glauben Sie in diesem „umkämpften“ Markt besser zu können als andere?

Hubner: Nicht besser, aber auf jeden Fall schneller (lacht). Der Blick aufs Wesentliche und der Umstand, sich tatsächlich – und zwar auch „gerne“ – mit der Immobilie und dem Kundenwunsch auseinanderzusetzen, sind ein großer Teil meiner „Erfolgsformel" wie auch die laufende Beobachtung des Marktes und die Auswahl der passenden Marketingwerkzeuge.

Fokus: Die Nachfrage nach Immobilien steigt. Was bedeutet das für den Markt? Erkennen Sie daraus eine eventuelle Verknappung des Angebots?

Hubner: Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass es immer wieder spannende Investitions- und Projektmöglichkeiten gibt, und zwar sowohl in Krisen- als auch in Wachstumszeiten. Oft muss man die Immobilien genau ansehen und analysieren, um Dinge zu sehen, die andere vielleicht nicht wahrnehmen. Ingesamt wird es aber mittelfristig, vor allem in Wien, notwendig sein, dass neue und mehr Wohnflächen entstehen, da sowohl die Nachfrage als auch damit zusammenhängend die Bevölkerung im Raum Wien deutlich zunehmen wird.

Fokus: Wieso haben Sie sich persönlich für die Immobilienbranche entschieden?

Hubner: Kurz vor meiner Studienzeit in der Werbeakademie habe ich begonnen, Immobilien zu vermitteln, vorerst, wie man es salopp bezeichnet, lediglich als Studentenjob. Doch daraus wurde mehr, denn als ich meine Ausbildung und meine Praktika abgeschlossen habe, konnte ich mich auf Grund der Leidenschaft für dieses Berufsfeld und meiner bereits aufgebauten Netzwerke nicht mehr davon trennen.

Fokus: Worauf legen Sie gesteigerten Wert, insbesondere im Umgang mit Ihren Kunden und Mitarbeitern?

Hubner: Ich lege großen Wert auf Verlässlichkeit und erwarte mir umgekehrt ein gewisses Vertrauen – ebenso von Kunden wie von meinen Mitarbeitern. Wenn dieses Verhältnis stimmt, sind wir in der Lage, sowohl für den Abgeber als auch für den Kunden ein professionelles und erfolgreiches Gesamtkonzept zu schmieden.

Fokus: Das Um und Auf in einer so lebendigen Branche?

Hubner: Gelegenheiten erkennen und diese rasch mit den richtigen Partnern und Klienten umsetzen.

 

Credit: Fokus Juni/Juli 2012